Grüner Gockel für die KLB Regensburg – Neues Jahresthema „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt“

05.11.2025 | KLB-Diözesanversammlung

Grund zum Feiern gab es bei der KLB-Diözesanversammlung in Haus Werdenfels. Die Diözesanebene des Verbands erhielt für ihr Umweltmanagement den „Grünen Gockel“. Bei der Verleihung des Zertifikats beglückwünschte Beate Eichinger, die Umweltbeauftragte des Bistums, die KLB zu diesem Erfolg und würdigte das gezeigte Engagement.

Das neue Jahresthema „Menschenwürde . Nächstenliebe . Zusammenhalt“ wurde mit einem Studienteil gestartet.

Zur Versammlung konnten die Diözesanvorsitzenden Christine Reitinger und Max Hastreiter eine Reihe von Ehrengästen begrüßen. Neben Landesseelsorger Franz Walden waren auch Alfred Blischke von der Seelsorge Regensburg gekommen sowie Simon Heimerl als Vertreter der KLJB. Nach dem Rechenschaftsbericht durch die Mitglieder des Diözesanvorstands gab es Informationen zur Senegal-Partnerschaft und zum aktuellen Stand des Senegal-Projektes.

Grüber Gockel für Umweltmanagement

Nun folgte der lang erwartete Programmpunkt: die Verleihung des „Grünen Gockels“, des Zertifikats für kirchliches Umweltmanagement. Max Hastreiter und Elisabeth Gaßner fassten zusammen, was seit dem Start des Projekts 2022 passierte. Das damals gebildete KLB-Umweltteam erarbeitete unter dem maßgeblichen Leitung des damaligen Geschäftsführers Klaus Hirn Schöpfungsleitlinien, stellte den Istzustand bei den geforderten Kennzahlen fest und setzte sich mit Verbesserungspotenzialen auseinander. Im Herbst letzten Jahres ging es dann an die Zertifizierung und man musste feststellen, dass das eigentlich angedachte EMAS-Siegel finanziell nicht zu stemmen war. Deshalb fiel die Entscheidung für den Grünen Gockel, der nach annähernd gleichen Standards vergeben wird. Maria Reitinger, die inzwischen das Amt der Umweltmanagementbeauftragten von ihrem Vorgänger Klaus Hirn übernommen hat, sieht die großen Potenziale des Umweltmanagements in der Bewusstseinsbildung durch Bildungsarbeit und der Umsetzung der Schöpfungsleitlinien im Alltag.

Umweltbeauftragte würdigt Vorreiterrolle der KLB

Beate Eichinger überreichte als Umweltbeauftragte des Bistums Regensburg das Zertifikat und hob in ihrer Laudatio die Pionierarbeit der KLB Regensburg hervor, dem nun ersten Verband in der Diözese mit zertifiziertem Umweltmanagement. Die KLB Regensburg hat damit, laut Beate Eichinger, eine Vorbildfunktion nicht nur für andere Verbände, sondern auch für das Ordinariat.

Die Rednerin hob hervor, dass kirchliches Umweltmanagement alle Bereiche pastoralen Handelns betrifft – Motivation und Bildung von Mitarbeitenden (Verkündigung), systematisches Handeln zugunsten Mensch und Natur (Diakonie), Vernetzung mit anderen Akteuren (Koinonia) und Förderung des Verantwortungsgefühls dem Schöpfer gegenüber (Liturgie). Sie wies darauf hin, dass das klare Bekenntnis zur Schöpfungverantwortung ein Element sei um die Glaubwürdigkeit der Kirche zu fördern und vom Reden ins Tun zu kommen.

Für den nun laufenden Prozess des Umweltmanagements, das in den nächsten Jahren geprüft und weiterentwickelt werden soll, wünschte Beate Eichinger der KLB Diözesanebene alles Gute und bot auch weiterhin Zusammenarbeit und Unterstützung an. Im Anschluss wurde mit einem Glas Sekt auf das freudige Ereignis angestoßen und alle Anwesenden erhielten einen gebackenen Grünen Gockel.

Auch im Gottesdienst stellte Landvolkseelsorger Christian Liebenstein den Grünen Gockel ins Zentrum.

Studienteil zum neuen Jahresthema "Menschenwürde - Nächstenliebe - Zusammehalt"

Zum Studienteil wurden die Tische weggeräumt und es ging los mit viel Bewegung - körperlich wie geistig. Thomas Kram, ehrenamtlicher Vorsitzender der KLB Diözese Würzburg und im Hauptberuf Referent beim Bayerischen Landessportverband, brachte als Referent das neue Jahresthema „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt“ allen mit einer ganzen Reihe von aktiven Übungen nahe, in denen über die Begriffe nachgedacht, nachgespürt, diskutiert und nachgefragt werden konnte.

In einem Rollenspiel wurden in verschiedenen Situationen Menschenwürde für Teilnehmende und Zuschauende erlebbar. Bei einem „Streitgespräch im Goldfischglas“ mussten Thesen zur Nächstenliebe widerlegt und mit Gegenargumenten entkräftet werden. Und anschließend wurde Zusammenhalt geübt, indem sich immer neue Gruppen aufgrund zu findender Gemeinsamkeiten (wie schwarzen Schuhen, Brillen oder Oberpfälzer Dialekt) bildeten.

So konnten in kurzer Zeit viele Anregungen für die Weiterarbeit gesammelt werden. Der Nachmittag verflog geradezu und so gab Thomas Kram noch drei Fragen als Hausaufgabe mit auf den Heimweg, die genutzt werden können und sollen, um das aktuelle Jahresthema „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt“ mit Veranstaltungen und Aktionen aller Art im Kleinen wie im Großen lebendig werden zu lassen:

• Wen können wir einladen, um offen und ehrlich über Menschenwürde und diskriminierungsfreie Lebensräume zu sprechen?

• Wie können wir Nächstenliebe erfahrbar und erlebbar machen?

• Wen haben wir im Zusammenhalt verloren und wen erreichen wir noch? Wie gehen wir den Menschen nach?

Geschäftsführerin Maria Reitinger rief zum Abschluss die Anwesenden auf, das Jahresthema zu nutzen. Auf Diözesanebene soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die Vorschläge erarbeitet und auch für Aktionen zur Verfügung stehen kann. Wer an einer Mitarbeit interessiert ist, soll sich bitte gerne im Diözesanbüro melden.

Text: Maria Reitinger, Bettina Schönherr

Maria Reitinger und Bettina Schönherr