Niederalteicher Kreis beschäftigt sich mit "Laudato si"

Mittwoch, 11. Mai 2016

Sepp Holzbauer, Bildungsreferent der LVHS Niederalteich, machte bei den "Ehemaligen" von Niederalteich und Englburg den Kurswechsel deutlich, den die Enzyklika dringlich anmahnt:„Die Zeit drängt, Kapazitäten sind erschöpft, gewisse Höchstgrenzen der Ausbeutung des Planeten sind überschritten worden, ohne das Problem der Armut gelöst worden ist.“

Am Himmelfahrtstag lud der Niederalteicher Kreis in Zusammenarbeit mit dem KLB-Bildungswerk zu seinem traditionellen Nabburger Treffen, die Oberpfälzer Ehemaligen der Landvolkshochschule Niederalteich und Englburg, und alle Interessierten ein. Der Einladung folgten über 30 Leute aus der gesamten Oberpfalz.
Der Tag  begann im Haus der Pfarrgemeinde mit dem Vortag von Sepp Holzbauer. Sepp Holzbauer, auch Umweltbeauftragter der Diözese Passau, gab einen Überblick über die epochale Enzyklika, die Papst Franziskus erstmals nicht in Latein, sondern in seiner Heimatsprache Spanisch verfasste.
Die ökologischen Verwerfungen „rufen das Stöhnen der Schwester Erde hervor, die sich dem Stöhnen der Verlassenen der Welt anschließt, mit einer Klage, die von uns einen Kurswechsel verlangt.“ Politik und Unternehmertum reagieren langsam, weit davon entfernt, den weltweiten Herausforderungen gewachsen zu sein. Man hat die Lektionen der weltweiten Finanzkrise nicht gelernt und nur sehr langsam lernt man die Lektionen der Umweltschädigung.“
In der Enzyklika wir Kritik geübt an der Wachstumspolitik und der Vorstellung der unbegrenzten Verfügbarkeit der Güter unseres Planeten. Es wird zu einem verantwortungsvollen und maßvollen Umgang mit allen Gütern der Erde aufgerufen. Ein wertschätzender Umgang mit der gesamten Schöpfung ist dringend geboten. „Wenn wir uns hingegen allem, was existiert, innerlich verbunden fühlen, werden Genügsamkeit und Fürsorge von selbst aufkommen.“
Es wird aufgerufen, den Schrei der Schöpfung und der Armen zu hören und den Zusammenhang zwischen Umwelt- und Gerechtigkeitsfrage ernst zu nehmen. „Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise.“
Die Enzyklika ist ein Aufruf an alle Christen, ja Menschen, das gemeinsame Haus wieder in Ordnung zu bringen, den Lebensstil zu ändern und einfach anzufangen. Die existierende Weltordnung erweist sich als unfähig Verantwortung zu übernehmen, deshalb ist jeder vor Ort gefordert einfach anzufangen und den Lebensstil zu ändern. „Während die Menschheit des post-industriellen Zeitalters vielleicht als eine der verantwortungslosesten der Geschichte in der Erinnerung bleiben wird, ist zu hoffen, dass die Menschheit vom Anfang des 21.Jahrhunderts in die Erinnerung eingehen kann, weil sie großherzig ihre schwerwiegende Verantwortung auf sich genommen hat.“
Nach dem Vortrag kam jeder der Teilnehmer zu Wort, jeder berichtete aus seinem Erfahrungshintergrund, der Biolandwirt von seinem Umgang mit der Schöpfung, der Milchbauer von den unfairen Rahmenbedingungen, die Teilnehmerin die die Schöpfung mit anderen Augen sieht, seitdem sie Kräuterführerin ist, der Bürgermeister der am Ringen um die Energiewende mitleidet, die Austragsbäuerin die täglich den Rosenkranz mit anderen betet, der Steuerberater der mit dem Fahrrad anreist, der Krankenpfleger der sich wünscht, dass die Wirtschaftsmanager nicht nur an Gewinnsteigerung sondern auch an der Mitarbeiterzufriedenheit und achtsamen menschlichen Umgang gemessen werden. Im gemeinsamen Mithören und Mitgehen erwuchs dass Gefühl, jeder ist auf seine Art und Weise  wichtig und kann mithelfen, die Schöpfung und die Menschheit in ihrer ganzen Schönheit zu bewahren.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Schiesl, feierte der Niederalteicher Kreis in der Pfarrkirche „St. Andreas“ gemeinsam Gottesdienst. Der Landvolkpfarrer im Landkreis Schwandorf, Michael Hoch, zelebrierte den Gottesdienst. In seiner Predigt zum Himmelfahrtstag machte er den Menschen Mut zu einer glaubhaften Nachfolge. Nicht große Worte sind wichtig, sondern ein Herz dass dem Ruf Gottes folgt und alles zurücklässt und aufbricht. Die Gruppe „Nur Mut“ umrahmte den Gottesdienst mit neuen geistlichen Liedern schwungvoll musikalisch.
Nach dem Gottesdienst endete das Treffen gemütlich bei Kaffee und Kuchen, den die fleißigen Kuchenbäckerinnen der KLB Altendorf spendierten. Die Teilnehmer waren sich einig, es war ein rundum schöner und gelungener Tag an dem der Niederalteicher Geist spürbar war.