Gottesdienst an der Bruder-Klaus-Kapelle Bernried

Mittwoch, 5. Oktober 2022

Genau auf den Namenstag des Hl. Nikolaus von Flüe fiel der Sonntag des Patroziniumsgottesdiensts an der Bruder-Klaus-Kapelle in Bernried und viele Besucher folgten der Einladung des Fördervereins und des Kreisverbandes der Kath. Landvolksbewegung (KLB). Vorsitzender Gerhard Gruber begrüßte unter den Besuchern auch etliche Teilnehmer der im August durchgeführten Radwallfahrt in die Schweiz und besonders KLB-Kreisseelsorger Pfarrer Ambros Trummer aus Lam, der seit der Einweihung der Kapelle 1988 jeden Patroziniumsgottesdienst gefeiert hat. Mit ihm am Altar der Natursteinkapelle stand auch der aus Altenmarkt stammende und in Bodenmais wirkende Diakon Sepp Schlecht.

Pfarrer Trummer erinnerte gerne daran, dass man vor fünf Wochen noch direkt in der Klause des Einsiedlers in der Ranft in Flüeli gebetet hat und man diese besondere Atmosphäre von dort auch am Kapellenplatz am Ortsrand von Bernried spüren kann. In der Predigt griff er einige schroffe und teils erschreckende Forderungen von Jesus auf, die in verschiedenen Evangelientexten beschrieben sind. Aber manchmal folgen Personen diesem Ruf, so wie er selber vor fünfzig Jahren diesen Drang verspürt und sich nach vielen Jahren Engagement in der Jugendarbeit und im Berufsleben zum Theologiestudium entschlossen hat – und heute dankbar zurückschauen darf auf die vielen Erlebnisse, Freundschaften und Erfüllungen auf seinem Lebensweg. Auch Nikolaus von Flüe hat im 15. Jahrhundert schon als Jugendlicher diesen Ruf Gottes verspürt und immer in den vielen Jahren als erfolgreicher und fortschrittlicher Bauer, politisch engagierter Landsherr und Familienvater von zehn Kindern. Er begann zu grübeln, betete viel, hatte Visionen und sich schließlich nach langem Ringen und nur mit Einverständnis seiner Frau Dorothee entschlossen, seinen ihm bestimmten Weg zu suchen. Er wanderte zuerst in der Ferne und kam dann ausgerechnet wieder zurück in die Heimat, am Ortsrand von Flüeli in der Schlucht des Melcha-Flusses wirkte er als Einsiedler in der kleinen KIause. „Sie haben die Kraft von Gott bekommen“ war sich Pfarrer Trummer sicher und in einem Predigt-Zwiegespräch wurden die Gedanken von Dorothee und Klaus greifbar für alle Gottesdienstbesucher. Die ansprechenden gemeinsam gesungenen Lieder begleiteten Barbara Zwicknagl und Claudia Preischl mit ihren Gitarren.

Das herbstliche Wetter hat ohne Regen ausgehalten, die tiefstehende Abendsonne hat die große wunderschöne Dorothee-Statue neben der Kapelle regelrecht angestrahlt und so blieben die Besucher noch gemütlich bei Kaffee, Tee und Kuchen auf dem Kapellenvorplatz sitzen.

Marietta Hutter