Bruder-Klaus-Freunde schauen zuversichtlich ins nächste Jahr Friedensgebet an der Kapelle und Radwallfahrt in die Schweiz geplant

Montag, 7. Dezember 2020

Cham/Landkreis.  „Im Herbst hatten wir seit der Gründung 1986 auch noch keine Jahreshauptversammlung“ beschrieb der Vorsitzende des „Vereins der Freunde und Förderer der Bruder-Klaus-Kapelle der KLJB/KLB im Landkreis Cham e.V.“ Gerhard Gruber diese außergewöhnliche von der Pandemie geprägte Zeit. Dabei hatten die Verantwortlichen noch Glück, diese üblicherweise mit geringer Teilnehmerzahl besuchte Versammlung nach Rücksprache mit dem Landratsamt noch vor der schlagartigen Erhöhung der Infizierten-Zahl und unter Einhaltung der Mitte Oktober geltenden Regeln und des Hygienekonzepts des Hotels am Regenbogen in Cham durchführen zu können.

„Wie in der Schule“ fühlten sich dann entsprechend auch die Anwesenden, einzeln auf Tischen im großen Konferenzraum sitzend und durchgängig mit Mund-Nasen-Maske geschützt. So war es allen ein Anliegen die wichtigsten Tagesordnungspunkte schnell über die Bühne zu bringen wie die Neuwahl der Vorstandschaft, die ohne personelle Veränderungen schnell abgewickelt werden konnte. Aber auch der Beschluss zur Durchführung der nächsten zehntägigen Radwallfahrt von Bernried startend bis in den Schweizer Bruder-Klaus-Ort Flüeli war für die Vorstandschaft wichtig, um optimistisch für August 2021 die nötigen Planungen und Reservierungen jetzt starten zu können.

Aus dem Verband der Kath. Landvolkbewegung (KLB) konnte Gerhard Gruber die Kreisvorsitzende Lucia Wutz und den Diözesanvorsitzenden Max Hastreiter begrüßen sowie den KLB-Kreisseelsorger Ambros Trummer aus Lam und Diakon Sepp Schlecht aus Bodenmais. Pfarrer Trummer hatte für seine religiösen Einstiegsgedanken das dreiteilige Meditationsbild eines nigerianischen Künstlers zum Weltmissionssonntag ausgeteilt. Er erläuterte die bunten Motive, die auf den ersten Blick ein Durcheinander und Wirwarr darstellen und dann doch ineinander fließen als Weg aus dem Chaos unseres Alltags über Christus am Kreuz hinein zu Gemeinschaft und Freude hin auf eine offene Tür. „Wo Christus ist, da steht die Tür offen, wir sollten immer weitergehen und Menschen mitnehmen auf diesem Weg durchs Leben und gemeinsam die Welt gestalten“ leitete Pfarrer Trummer über zum Gebetstext der Hilfsorganisation missio, die den Sonntag der Weltmission unter das Motto „Selig die Frieden stiften“ stellten: „Selig, die in Zeiten der Not den Horizont offen halten, die Türen der Hoffnung auftun, die den Menschen Leben, Licht und Zuversicht bringen, denn sie werden Frieden stiften“ beteten die Anwesenden gemeinsam und trafen damit den Zahn der Zeit.

Da die im April angesetzte Jahreshauptversammlung nicht durchgeführt werden konnte, blickte Vorsitzender Gerhard Gruber nun inzwischen auf zwei erfolgreiche Jahre zurück, in denen er durchwegs von positiven und erfolgreichen wiederkehrenden Veranstaltungen berichten konnte wie Kreuzwege und Gottesdienste an der Kapelle am Ortsrand von Bernried sowie die notwendigen Pflegearbeiten. Er freute sich, dass auch heuer die traditionelle Radwallfahrt von der Kapelle startend nach Bogenberg im Landkreis Straubing-Bogen mit 30 Radlern durchgeführt werden konnte, da im Sommer solche Veranstaltungen im Freien möglich waren. Am selben Tag im Juli waren auf der Gegenrichtung 40 Bodenmaiser zur Kapelle nach Bernried geradelt und groß war die Überraschung, als sich die beiden Gruppen zufällig in Miltach begegneten.

                                   Zum Nationalheiligen in die Schweiz radeln

Das „Highlight“ im August 2019 war zweifelsohne die Wallfahrt nach Flüeli zum Lebens- und Wirkungsort des Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus, wobei 27 Teilnehmer die 590 Kilometer in acht Tagen mit dem Rad und Begleitfahrzeug zurücklegten und für weitere vier Tage ein Reisebus mit 23 Pilgern folgte. Wurde diese Tour in der Vergangenheit schon öfter von der KLB Diözesanstelle ab Landshut durchgeführt, so war 2019 erstmals Bernried der Startpunkt, wodurch die Strecke sich um 110 Kilometer und einen Tag verlängerte. Aufgrund der durchwegs positiven Resonanz und unglaublich guten Stimmung und Erlebnissen der Gruppe favorisierte der Vorsitzende eine Weiterführung im Zwei-Jahres-Rhythmus, auch weil er schon gut ein Dutzend interessierte Radler auf der Liste hat. Obwohl einige Anwesenden für eine Durchführung erst wieder im Jahr 2022 plädierten entschied die Mehrheit für eine Planung nächstes Jahr und legte als Termin den 13.-22. August 2021 fest, wobei am 19. die Busgruppe startet. Der Beschluss musste gefasst werden, da sich die Diözesanstelle der KLB mit Geschäftsführer Klaus Hirn wieder bereit erklärte, die Ausschreibung, Planung, Reservierung und Abrechnung vorzunehmen, wofür ihm der große Dank des Chamer Kreisverbandes sicher war. Gerade die Quartier-Reservierungen, die täglich wechseln, müssen frühzeitig getätigt werden.

                                               Friedensgebet im Januar

Da die Veranstaltungen an der Kapelle immer im Freien stattfinden und das Areal genug Platz bietet, hat die Vorstandschaft bereits für nächstes Jahr die Termine festgelegt. Angesichts der weltweiten Unruhen lädt man am Freitag, 29. Januar zum ersten Mal zu einem Friedensgebet an der Kapelle ein und hofft auch am Palmsonntag, 28. März 2021 den Kreuzweg entlang der großen Granitsäulen beten zu können. Bei der Jahreshauptversammlung am 19. April wird man auch über eine Überarbeitung und Neufassung der Vereinssatzung abstimmen müssen, in der die aktuell geltenden Datenschutzbestimmungen und einige Neuformulierungen mitaufgenommen werden sollen. Im Juni hofft man, dass die KLJB Bernried zum Weihetag wieder einen Gottesdienst und das Johannifeuer veranstalten kann, für 10. Juli 2021 ist die Radwallfahrt nach Bogenberg und am 26. September der Patroziniumsgottesdienst terminiert.

Nachdem im Mai 2019 von Stefan Bauer in der Kapelle die Eichenholz-Altarplatte mit den ausklappbaren Tischbeinen erneuert wurde, konnte Gruber in der Versammlung nun die drei neuen Hinweisschilder vorstellen, die im Ort Bernried zur Kapelle führen sollen. Sie wurden ebenfalls aus Eiche vom Schnitzer der Klaus- und Dorothee-Statuen Reinhold Schweiger angefertigt, dem Gruber in der Versammlung persönlich seinen großen Dank aussprechen konnte. Ebenso galten die Dankesworte seinen Vorstandskollegen und den zahlreichen Helfern, die im Jahreslauf viel für Kapelle und Verein leisten und für den guten Zusammenhalt der Gruppe. „Vielen Mitgliedern und auch Besuchern ist die Bruder-Klaus-Kapelle ein Ort der Ruhe und des Rückzugs zum persönlichen Gebet geworden, wo man innehalten, sich wohlfühlen und auch Heimat finden kann“ freute sich der Vorsitzende am Ende seines Rück- und Ausblicks.

Beim Kassenbericht von Alois Ederer stand am Ende wieder ein kleines Plus, da die Einnahmen mit den Mitgliedsbeiträgen, einer Spende, Bewirtungserlöse aus dem Vorjahr und den Kollekten die Ausgaben für Pflegearbeiten an Platz, Kapelle und Kreuzweg übertrafen. Es hat sich mittlerweile ein kleines Polster angesammelt, das aber für eine neues Schindeldach noch nicht reichen wird. Eine Erneuerung wird etwa 2022 oder 2023 ins Auge gefasst, wobei Gerhard Gruber wusste, dass den Zedernholz-Schindeln bei der Neuanschaffung 1988 eine Lebensdauer von 30 bis 35 Jahren vorausgesagt wurde, die auch wirklich eingehalten werden konnte.

                                   Vorstandschaft unverändert wiedergewählt

Für die Durchführung der Neuwahl wurde Sepp Schlecht bestimmt, der betonte, dass er als ehemaliger KLJB Kreisvorsitzender und gebürtiger Altenmarkter immer gerne in den Landkreis Cham und zur Kapelle kommt „noch dazu wo dort eine Glocke aus meinem Heimatdorf zum Gebet läutet“. Da sich alle Vorstandsmitglieder wieder für die nächsten drei Jahre zur Verfügung stellten, stand das Ergebnis der Neuwahl schnell fest: 1. Vorsitzender bleibt Gerhard Gruber, Bernried, 2. Vorsitzender Max Hastreiter, Gleißenberg, Schriftführerin Silvia Pusl, Loibling, Kassier Alois Ederer, Pemfling, Beisitzer sind Josef Mühlbauer, Rimbach und Ulrich Hutter, Lam, Seelsorger Pfarrer Ambros Trummer, Lam. Als beratende Mitglieder sind aus der KLB-Kreisvorstandschaft Lucia Wutz und Monika Stangl bestimmt, eine KLJB-Kreisvorstandschaft besteht leider schon seit einigen Jahren nicht mehr im Landkreis und ist daher nicht vertreten. Kassenprüferin ist weiterhin Marietta Hutter, Lam nun zusammen mit Bernhard Mauer aus Bernried, da Monika Aschenbrenner nach vielen Jahren dieses Amt zur Verfügung stellte. Mit kleinen Geschenken für die Vorstandschaft, großer Zuversicht auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit und den Wünschen gut und gesund durch die nächsten Wochen und Monate zu kommen schloss Gerhard Gruber die Versammlung.

Bildtext:
Vorsitzender Gerhard Gruber (Mitte) und seine wiedergewählte Vorstandschaft freuen sich über neue Wegweiser zur Kapelle in Bernried.