Zwar reduziert, aber trotzdem feierlich

Montag, 21. Juni 2021

Niedermurach. (jb) Fronleichnam wird von den Katholiken als das Hochfest des Leibes und Blutes Christi ganz besonders festlich gefeiert. Das Wort Fronleichnam setzt sich aus den mittelhochdeutschen Wörtern „frôn“ (Herr) und „lîchname“ (Leib), also Leib des Herrn, zusammen. 1264 erhob Papst Urban IV. das Fronleichnamsfest in den Rang eines offiziellen Festes der ganzen Kirche, nachdem es sich durch den Anstoß von Johanna von Lüttich im Jahr 1209 rasch in christlichen Gemeinden verbreitete. Fronleichnam gilt in der katholischen Kirche als das Fest der Verehrung der konsekrierten Hostie außerhalb der Messfeier und ist für Katholiken ein starkes öffentliches Bekenntnis ihres Glaubens an Jesus dem „Brot des Lebens“.

Eine Information von Pfarrer Herbert Rösl über die Bestimmungen zur Gestaltung des Fronleichnamsfestes gab den Anstoß, zu dessen Feier auch eine Prozession abzuhalten. Pfarrgemeinderatssprecherin Irmgard Glaser erarbeitete daraufhin ein Konzept, das den Corona-Bestimmungen gerecht wurde.

„Fronleichnam muss uns erneut die allgegenwärtige Liebe Gottes zu uns Menschen bewusst werden“, betonte Pfarrer Max Stigler beim Festgottesdienst, „denn gerade die Gewissheit seiner Gegenwart schafft Hoffnung und Zuversicht.“ Noch heute seien die Wandlungsworte die gleichen wie beim Letzten Abendmahl. „Verstehen wir diese Worte und verstehen wir ganz bewusst die Gegenwart Jesu in der Hostie?“, fragte der Geistliche. Der Empfang der Hostie sei die unmittelbare Begegnung mit Jesus und dessen Gegenwart sei nicht nur in der Feier der Eucharistie gegeben, sondern begleitet auch den Alltag jedes Menschen.

Begünstigt durch sonniges Wetter und milde Temperaturen konnten die Fahnenabordnungen der Vereine und relativ viele Gläubige den Festgottesdienst, den Monika Stepper als Solosängerin bereicherte, über Lautsprecher auf dem Kirchplatz mitfeiern. Danach formierte sich die Fronleichnamsprozession in „reduzierter Form“, der zwar den üblichen Weg, aber nur in verkürzter Form und ohne Altäre nahm. Wegen einer Baustelle konnte der normale Prozessionsweg nicht beschritten werden.

Pfarrvikar Pater Savarimuthu Selvarasu trug mit dem Allerheiligsten auch den Segen Gottes durch die Straßen des Pfarrdorfes und Leonhard Bayerl sorgte als Vorbeter dafür, dass die Fronleichnamsprozession nicht zu einem Schweigemarsch wurde. Das Zeremoniell des vierten Altares vollzog in sehr ansprechender Weise Pater Savari abschließend in der Pfarrkirche.

Mit Salutschüssen jeweils zum Gebetläuten am Vorabend, am Festtag um 6 Uhr morgens sowie während des Gottesdienstes war die Böllergruppe der Murachtaler Schützen der langen Tradition gefolgt und begleitete lautstark das Fronleichnamsfest. Übereinstimmend waren alle Teilnehmer am Fronleichnamsfest darüber erfreut, dass nach dem coronabedingten Totalausfall im Vorjahr wieder an diese beliebte Festlichkeit angeknüpft werden konnte.