Weils so da Brauch is

Donnerstag, 18. August 2016

Vergangenen Samstag trafen sich am Graßl- Hof in Oberwackerstall wieder die Frauen der Familiengemeinschaft zum gemeinsamen Kräuterbuschbinden. Früh morgens machte man sich auf den Weg und sammelte verschiedene Kräuter, Blumen und Getreidesorten. Nach einiger Zeit waren die Körbe gut gefüllt und das Binden konnte beginnen. Schafgarbe Johanniskraut, Kamille Gerste und Weizen Goldrute Hopfen Lavendel, Melisse, Ringelblume und vieles mehr wurde in den Sträußen mit eingebunden. Fast alle Sträuße enthielten eine Königskerze in der Mitte, sinnbildlich soll diese das Zepter der Muttergottes darstellen und steht für ein langes erfülltes Leben. Am Montag wurden die Büscherl vor dem Gottesdienst verkauft und anschließend in der Hl. Messe von Pater Shibu geweiht.
Die Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt beruht auf einer Legende aus der Frühzeit der Kirche. Als die Apostel das Grab Marias  besuchten trat ihnen eine Woge des Wohlgeruchs entgegen. Das Grab war leer aber angefüllt mit Heilkräutern und Blumen die Maria in ihrem Leben sehr liebte und schätzte. Seitdem werden an diesem Tag, dem Heimgang der Gottesmutter (15. August) in der Kirche Kräuter und Blumen geweiht. Jeder Kräuterbuschen sollte mindestens 7 Kräuter enthalten, gemäß der 7 Sakramente, die gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen sollen.
Gerne nahmen sie die Gottesdienstbesucher wieder solch ein heilkräftiges Büscherl mit nach Hause und pflegen diese schöne Tradition weiter.