Unser tägliches Brot gib uns heute

Montag, 18. April 2016

Als Diözesanverband der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), der in christlicher Verantwortung den Bewohnern des ländlichen Raumes dienen will, wollen wir klarstellen, worum es in der Brot-Bitte des „Vater-unsers“, das von allen christlichen Religionen der Welt als das Wort, das Jesus von Nazareth selbst seinen Jüngern gelehrt hat, gebetet wird, geht:
Brot – das war, ähnlich wie heute, Grundnahrungsmittel der Menschen im damaligen Israel. Es war aber auch ein Sammelbegriff für alles, wovon man sich ernährte, für Öl und Oliven vor allem, für ein paar Hülsenfrüchte, für die Milch von Schafen und Ziegen oder für den Fisch bei denen, die am See Genezareth oder am Meer wohnten. Es ging – und geht auch heute noch – um etwas ganz Elementares, um das was der Mensch dringend braucht zum Leben. Es geht keinesfalls um „Gift“, das Leben zerstört und vernichtet! Daher bitten wir diejenigen, die öffentliche Meinungen beeinflussen (Politik, Medien, Interessensverbände), davon Abstand zu nehmen, Worte der Bibel und sorgenvolle Gebete von Gläubigen zu ihren Zwecken zu verfälschen und auszunutzen.

Wer sich vor 2000 Jahren in Galiläa als Tagelöhner „sein Brot verdiente“, bekam mittags eine Mahlzeit von seinem Arbeitgeber und brachte am Abend einen Denar mit nach Hause – gerade so viel, dass am nächsten Morgen gebacken werden konnte und die Familie einen Tag lang zu essen hatte. Doch Arbeit gab es nicht täglich und damit oftmals kein Brot.
Somit sind wir im Hier und Heute angekommen. Im April dankt Papst Franziskus in einer Videobotschaft anlässlich seiner monatlichen Gebetsmeinung den Kleinbauern: „Dein Beitrag ist unentbehrlich für die ganze Menschheit. Als Person, Sohn Gottes, verdienst Du ein würdevolles Leben. Aber … ich frage mich: Wie wird deine Mühe belohnt?“ Aus unserer Sicht gilt es, den Teufelskreis von immer mehr produzieren und niedrigeren Preisen zu durchbrechen, um zum anderen unsere natürlichen Lebensgrundlagen vor allem auch im Hinblick auf die nachkommenden Generationen zu schonen.

Einmal mehr wird die politische Auseinandersetzung um Glyphosat und Pestizide auch auf dem Rücken der Erzeuger, unserer Landwirte ausgetragen. Als KLB schließen wir uns der Meinung des BBV an: „Die Bauern müssen sich auf die staatlich geregelte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln verlassen können.“ Wir sehen eine Abhängigkeit von Teilen der Landwirtschaft von der Agrarchemie, doch viele ungeklärte Risiken im Zusammenhang mit ihrem Einsatz und der Grünen Gentechnik machen uns Sorge. Daher fordern wir eine Umkehr im umfassenden Sinn, hin zu einer sozial und ökologisch verträglicheren Landwirtschaft. Dazu gehört auch eine Landwirtschaft, die mit möglichst wenig Agrarchemie, Medikamenten und geringeren Mengen Mineraldünger auskommt, und den Bauern dennoch eine gerechte Vergütung für ihre wertvolle Arbeit, d.h. „das tägliche Brot“ sichert.