Umwelt-Tipps zum Jahresthema

Nachhaltig online – wie geht das?
Dazu hat VerbraucherService Bayern ein online-Quiz herausgegeben. Kurz, interessant, und mit teilweise überraschenden Ergebnissen. Und geeignet, um mit den Kindern/Enkelkindern ins Gespräch zu kommen. Vielleicht sind online-Bestellungen doch nicht so schlecht wie ihr Ruf? Und wie kann ich alsInternetnutzer den CO2-Ausstoß senken?
Einfach mal probieren unter vsb-online-quiz.de

Alles beginnt im Badezimmer – Tipps für den Start in ein nachhaltigeres Leben
Für viele ist es der erste Weg morgens nach dem Aufstehen: ins Badezimmer. Dort beginnt alles. Auch der Start in ein nachhaltigeres Leben. Nachhaltig(er) Leben – mittlerweile ist der Ausdruck in aller Munde. Doch die Hürden scheinen groß, noch nachhaltiger zu werden, weil viele schon lange einiges besser machen wollen. Wo anfangen? Am leichtesten geht es wohl im Badezimmer. Ein Aspekt für ein nachhaltigeres Leben ist, wo sinnvoll und möglich auf Plastik zu verzichten. Von Duschgel bis Kosmetik ist im Badezimmer eigentlich alles in Plastik gepackt. Und gerade deswegen ist es hier besonders wichtig, aber mit ein paar Tipps auch besonders leicht, nachhaltiger zu werden. Beginnen wir in der Dusche. Viele von uns haben verschiedene unterschiedliche Duschgels und Shampoos dort stehen. Hier ist ein Rückbesinnen an frühere Zeiten angesagt. Statt der flüssigen Seifen – nichts anderes sind Duschgels – sind feste Seifenstücke wieder im Kommen. Dabei haben die Unternehmen die Rezepturen der klassischen Handseifen für die Bedürfnisse des Duschens
angepasst und verkaufen „Feste Dusche“, eingepackt in Papier. Das hat tatsächlich gleich mehrere Vorteile: Neben der Vermeidung von Plastik wird die Menge der verwendeten Seife – im Vergleich zur Verwendung von flüssiger Seife – deutlich reduziert. In den festen Duschen sind häufig auch nicht derart viele unsinnige Inhaltsstoffe wie in den flüssigen, was sicher auch der Haut zugutekommt. In kleinen Baumwoll-Säckchen gelagert und verwendet, schäumt die Seife auch ähnlich gut wie die flüssigen Versionen. Es gibt auch gute feste Shampoos, die man getrost ausprobieren kann. Nur ist gerade die Haarpflege bei vielen ein heikles Thema, weshalb man sich da tatsächlich stärker als bei der festen Dusche durch die Angebote der Anbieter testen muss. Auch die Flüssigseife am Waschbecken könnte man bei dieser Gelegenheit überdenken und auf feste Seife umsteigen. Auch hier gilt: spart Plastik und Seifenmenge. Und Seifenreste kann man in seinem Seifensäckchen mit der festen Dusche fertig verwenden.

Nach den Seifen fällt der Blick auf die Zahnhygiene. Seit einigen Jahren gibt es hier Alternativen zu den gängigen Utensilien aus Plastik. Die Zahnbürste wird hier häufiger aus Bambus hergestellt, was in der Verwendung zunächst eher ungewohnt ist, weil das Mundgefühl etwas anders ist, aber funktioniert genauso gut. Die Inhaltsstoffe der klassischen Zahnpasta werden auf die notwendigsten reduziert, die Verpackungen neu gedacht. Manche Hersteller packen ihre Zahncreme in Glas oder Tuben aus Pflanzenfasern, andere pressen
die Creme in trockene Pastillen, die man vor dem Putzen erst einmal zerkauen muss. Bei allen Alternativen gilt: fühlt sich im Zweifel erst mal seltsam an, funktioniert aber ausgesprochen gut. Manche alternativen Zahnpasta-Produkte verwenden keine künstlichen Aufschäumer, wie es normal üblich ist. Davon nicht irritieren lassen, das soll so sein, um Inhaltsstoffe zu sparen. Sauber werden die Zähne bei richtiger Anwendung trotzdem.

Noch so ein Klassiker im Bad ist wohl das Deo-Spray. Besser ist hier auf jeden Fall ein Deoroller. Wenn man – abgesehen vom umstrittenen Inhaltsstoff Aluminium – zusätzlich Kontrolle über die Inhaltsstoffe haben will, kann man sich unter anderem Deospray oder Deocreme selbst herstellen. Rezepte dazu finden sich zu Hauf im Internet. Deocreme besteht häufig nur aus Kokosöl und Natron versetzt (nach Belieben) mit ätherischen Ölen. Weniger Inhaltsstoffe geht fast nicht mehr. Solche Cremes kann man in den üblichen Drogeriemärkten kaufen oder auch einfach selbst machen. Zur Aufbewahrung können dann einfach alte Creme-Tiegel oder andere Döschen verwendet werden. Bei Cremes und anderen Hautpflege-Produkten könnte man einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Meist stehen diese zwar auf der Packung, aber wer kann schon nachvollziehen, was das alles ist. Zwei Dinge, auf die man unter anderem achten könnte. Häufig steht da PEG oder PEG-Derivate oder PEGXY. PEG ist die Abkürzung für Polyethylenglykol und wird von der Industrie klassisch in allen möglichen, auch kosmetischen Produkten verwendet, bei Lebensmitteln sind sie hinter „E 1521“ versteckt. Es wird u. a. als Bindemittel verwendet (also um Flüssigkeiten cremig zu machen) oder als Trägerstoff für andere Dinge. Das Problem dabei: PEG wird aus Rohöl hergestellt und ist – obwohl sehr klein – nur schlecht bis gar nicht abbaubar. Zusätzlich steht es im Verdacht, Allergien auszulösen und kann die Haut anfälliger für Reizungen machen. Deswegen sollte man solche Produkte meiden. Das andere, was in Zutatenlisten häufig durch komplizierte Bezeichnung versteckt ist, ist Mikroplastik. Man erkennt es nur an Wortteilen auf der Zutatenliste, wenn das Wort „Acryl“ mit vorkommt oder Inhaltsstoffe mit „Poly-“ beginnen. Deswegen ist es wichtig, vor allem bei Kosmetika auf die Inhaltsstoffe zu schauen, denn wer will sich schon Rohöl oder Plastik auf die Haut schmieren. Um den intensiven Kontakt mit Plastik oder anderen unschönen Stoffen zu vermeiden, wurden in den letzten Jahren verschiedene Produkte im Bereich der Damenhygiene neu oder weiterentwickelt. Manche Tampon-Hersteller haben Plastik durch Bioplastik ersetzt, es wurden Periodenunterwäsche oder Menstruationstassen entwickelt. Dadurch kann das hygienisch notwendige Einwegplastik reduziert werden, ist aber auch eine Frage der Gewohnheit.

Einwegplastik zu reduzieren geht auch durch das Ersetzen der gängigen Rasierer durch sogenannte Rasierhobel. Das sind Rasierer aus Holz und Edelstahl, deren Rasierklinge man wechseln kann. Die Handhabung ist hier etwas Übungssache, aber funktioniert gut – wenn man ein genügsamer Rasierer ist. Die Plastikrasierer wurden durch mehrere Klingen auf sichere, perfekte Rasur hin optimiert, beim Rasierhobel liegt der Erfolg in der Hand des Nutzers. Zu guter Letzt noch ein Wort zum Toilettenpapier. Über Recycling- statt Frischfaserpapier braucht man mittlerweile hoffentlich nicht mehr zu reden. Hier ist und bleibt das spannendere Thema die Verpackung der Rollen. In Supermarkt und Drogerie findet man eigentlich nur Plastik, im Internet gibt es Hersteller von Bambus- und Recycling-Toilettenpapier, die die Rollen in Schachteln ohne Plastik versenden. Dort kann man dann auch gleich statt 10 Rollen eine noch größere Menge kaufen. Immerhin ist das ein Produkt, das man immer braucht und bei entsprechender Lagerung nie schlecht wird. Soweit eine kurze Reise durch das Badezimmer auf dem Weg zu einem (noch) nachhaltigeren Leben. Mehr Anregungen über das Badezimmer hinaus finden sich unter utopia.de oder smarticular.net

Ein Beitrag von unserem Kollegen bei der KLJB Diözese Regensburg, Benedikt Reindl, Referent für Agrar-, Verbraucherschutz- und Ökologiefragen