KLB Deutschland startet in den Herbst mit neu gewähltem Bundesvorstand

Freitag, 1. Oktober 2021

Auf der Bundesversammlung der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB) wurde am 25. September ein neuer Vorstand gewählt. Nach vielen Jahren der Kontinuität hat sich die Zusammensetzung nahezu vollständig verändert.

Nicole Podlinski wurde mit großer Mehrheit zum dritten Mal zur Bundesvorsitzenden gewählt. Als Agraringenieurin mit persönlicher Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit liegen ihr die aktuellen Herausforderungen durch den Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Deutschland und Europa ebenso am Herzen wie die Auswirkungen im globalen Süden dieser Welt. Zudem ist Nicole Podlinski seit 2019 für die KLB als Synodale an den Prozessen zur Erneuerung der katholischen Kirche im Synodalen Weg engagiert.

Ihr zur Seite wird zukünftig Dr. Kurt Kreiten als Bundesvorsitzender aktiv sein. Kurt Kreiten ist mit der KLB und ihren Anliegen seit vielen Jahren verbunden, nicht nur als langjähriger Direktor der Katholischen Heimvolkhochschule Wasserburg Rindern und Mitglied im Beirat der Stiftung „Pro Land“. In seiner Heimatregion setzt er sich für den Dialog zwischen den Kulturen und die internationale Begegnung ein, insbesondere zu den Nachbarn in den Niederlanden und Belgien, aber auch nach Polen. Initiativen zur Stärkung der regionalen Identität, Förderung einer eigenständigen und nachhaltigen Regionalentwicklung haben sein bisheriges ehrenamtliches Engagement geprägt. Regionales Wirtschaften, die Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen als Akteure im ländlichen Raum, der Erhalt lebenswerter ländlicher Regionen und einer lebenswerten Umwelt sind ihm als Mitbegründer der Regionalbewegung Nordrhein-Westfalen ein besonderes Anliegen.

Die Stellvertreterinnen und Stellvertreter der Bundesvorsitzenden ergänzen die Engagementbereiche vielfältig:

Hans Egger aus der Diözese Augsburg hat als Landwirt bereits Ende der 80er Jahre den elterlichen Hof übernommen und auf einen ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb umgestellt. Als neuer 1. Stellvertreter bringt er zudem seine Erfahrungen als langjähriger ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Heimatgemeinde ein. Das Zusammenwachsen und Zusammenwirken kommunaler und kirchlicher Gemeinden, damit sie gemeinsam das Land lebenswert erhalten, ist ihm noch aus dieser Erfahrung und Zeit ein Anliegen, besonders mit Blick auf das Engagement Ehrenamtlicher, ohne das weder die Kirche noch die Kommune wirksam sein können.

Dagmar Feldmann wird im neu gewählten Vorstand der KLB als 1. Stellvertreterin tätig sein. Auch sie hat durch den Familienbetrieb mit dem Schwerpunkt auf Milchvieh persönliche Erfahrungen in der Landwirtschaft. Zudem ist die Agraringenieurin als hauptamtliche Bildungsreferentin tätig und engagiert sich vielfältig ehrenamtlich. Die Partnerschaft mit den Menschen in Madagaskar (Santatra e.V.) gehört ebenso dazu wie die lokale Ideenwerkstatt Warburg und ihre Berufung als sachkundige Bürgerin im Rat der Stadt Warburg oder als Erd-Charta-Botschafterin.

Andreas Klein aus der Erzdiözese München-Freising wurde zum 2. Stellvertreter gewählt. Er bringt als ehemaliger Leiter der Bäuerlichen Familienberatung der Erzdiözese vielfältige Erfahrungen mit den Schwierigkeiten und Herausforderungen im Leben der bäuerlichen Familien mit. Wertschätzung für die Arbeit auf den Höfen fehlt an vielen Stellen und macht es den Landwirtinnen und Landwirten oftmals schwer, ihre Tätigkeit auszuüben. Auch Andreas Klein blickt auf die zukünftige Entwicklung in den ländlichen Regionen. Ohne ein vielfältiges Ehrenamt sind weder kirchliche noch kommunale Aufgaben zukünftig gut zu erfüllen.

Neu gewählt wurde schließlich die Vertreterin der Referentinnen und Referenten aus den Diözesanstellen. Dr. Vera Schanz ist in der Diözese Augsburg als Bildungsreferentin bei der KLB beschäftigt. Ihre Zuständigkeitsbereiche umfassen internationale Solidarität, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Verbandsarbeit und Ehevorbereitung. Sie wird die nächsten zwei Jahren die Belange der Hauptamtlichen in der KLB repräsentieren. Als Hauptamtliche in einem ehrenamtlichen Verband wird sie sich für ein gutes „Zusammenwachsen“ des Bundesvorstandes einsetzen und für eine gute Anbindung der Bundesebene an die Diözesanverbände und umgekehrt. Vera Schanz löst den bisherigen Sprecher der Referentinnen und Referenten, Manfred Wilkens, Geschäftsführer der KLB in der Erzdiözese München-Freising, ab. Manfred Wilkens hatte in den vergangenen drei Jahre die Perspektive der KLB Diözesanstellen in die Arbeit der KLB Deutschland eingebracht. Er lenkte die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Bedingungen der KLB´en vor Ort, sowohl mit Blick auf die Ehrenamtlichen als auch auf die Hauptamtlichen. Als sich durch die Pandemie der Wechsel in dieser Position im Vorstand um ein Jahr verzögerte, war es für ihn und für seinen Vorstand eine Selbstverständlichkeit auch für diese zusätzliche Jahr zur Verfügung zu stehen, während in der eigenen Diözese die Arbeit nicht weniger wurde.

Nicht mehr für den Vorstand kandidierte Korbinian Obermayer. Er war über viele Jahre Bundesvorsitzender hat sich insbesondere für die Belange der bäuerlichen Familien und ihrer Betriebe stark gemacht. Der Blick auf die Unterschiede der landwirtschaftlichen Strukturen in Deutschland, die heterogenen Anforderungen und Ansprüche an die Landwirt*innen wurde von ihm immer wieder geschärft. Die Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen hinweg war für ihn selbstverständlich. So stärkte und begleitete er das Projekt ProRurE zur Zusammenarbeit mit 10 verschiedenen Nationen in Europa und ihren christlichen ländlichen Bewegungen, um nur wenige Punkte zu benennen.

Ebenfalls schieden Martha Hänsler, die nun als Diözesanvorsitzende in Augsburg wirken wird, Johannes K. Rücker (KLB Münster) und Manfred Loskyll (VKL Rottenburg-Stuttgart) aus dem Bundesvorstand aus. Sie wurden mit viel Applaus und großen Körben – bestückt mir regionalen Produkten aus den Diözesanverbänden – verabschiedet.

Weiterhin im Vorstand sind der Bundesseelsorger, Hubert Wernsmann, und die Bundesgeschäftsführerin, Bettina Locklair. Ihre Wahlperioden waren in diesem Jahr nicht abgelaufen.