Gottesdienst in Bernried

Montag, 5. Oktober 2020

Bernried. Die wunderbare Aura, die der Kapellenplatz am Ortsrand von Bernried bei Rötz ausstrahlt, auf dem die Bruder-Klaus-Kapelle der Kreisverbände der Kath. Landjugend und Landvolk (KLJB und KLB) vor über 30 Jahren errichtet wurde, lies vergangenen Sonntagnachmittag so manch andere Umstände dieses Jahres etwas in den Hintergrund treten, ja für ein paar Stunden vielleicht sogar vergessen. Zum Jahrtagsgottesdienst in der Woche des Namenstags des Kapellenpatrons Nikolaus von Flüe hatten die Verantwortlichen des Fördervereins eingeladen und aufgrund des doch sehr schönen Spätsommerwetters freuten sie sich über den guten Besuch, da doch etliche Gläubig einen Gottesdienst im Freien bevorzugen.

Die aufmunternden Worten des Zelebranten Pfarrer Ambros Trummer aus Lam, die wunderschöne Natursteinkapelle, aus der im Sonnenglanz der Hl. Bruder Klaus erstrahlte und neben der Kapelle die erst vor drei Jahren eingeweihte Figur seiner Ehefrau Dorothea mit zwei Kindern hatten schon immer eine besondere Anziehungskraft. Der große von Bäumen flankierte Vorplatz machte auch keine Probleme hinsichtlich des Abstandsgebots das problemlos eingehalten werden konnte.

Vorsitzender Gerhard Gruber konnte als Mitzelebranten Vereinsmitglied Sepp Schlecht, den Diakon in der Pfarrei Bodenmais begrüßen, sowie KLB-Diözesanvorsitzenden Max Hastreiter aus Gleißenberg. Mit Gitarrenklängen und Volksgesang wurde die Messe umrahmt, in der Kreislandvolkseelsorger Pfarrer Trummer das sehr bekannte Evangelium vom Besuch Jesu bei Maria und Martha auswählte. „Wir kennen diesen Zwiespalt bei eigenen Besuchen und Feiern, er erfordert Fingerspitzengefühl: Das eine tun und trotzdem das andere nicht lassen“ sprach Pfarrer Trummer den Gottesdienstbesuchern aus der Seele. Er bat sich Gott zuzuwenden, zu ihm beten, aber jeder soll mit seinen eigenen Talenten sich einbringen und eintreten für den Glauben, wo wie es die KLJB früher gemäß ihrem Leitsatz sehen, urteilen, handeln tat. Ihr Patron Bruder Klaus und seine Ehefrau Dorothea sind Vorbilder dieser Maria-Martha-Kombination, denn sie redeten miteinander und zu Gott. Daraus gewann Klaus vor über 500 Jahren auch seine innere Ruhe und konnte handeln als Vermittler von Frieden für seine Schweizer Heimat. Doch er legte alle Ämter nieder und war als Einsiedler auf der Suche nach der Antwort, was wichtiger sei, das gemeinsame Eheleben oder für Gott und die Mitmenschen da zu sein.

„Auch heute braucht es immer noch das Hinhören und Nachdenken: Wo zieht es mich hin?“ meinte Trummer und riet den Menschen, auf den Rat von Freunden zu hören und das Gespräch mit dem Herrgott zu suchen, vielleicht auch an so einer besonderen Andachtsstätte wie die Bruder-Klaus-Kapelle sie ist. Ob die getroffenen Entscheidungen richtig sind weiß man nicht immer gleich, auch der Heilige ging Umwege und Irrwege bevor er sich ganz in der Nähe zu seiner Familie und dem Dorf in der Ranft als Einsiedler niederlies. So dürfen auch wir darauf vertrauen, dass es gut wird denn „zum Ja im alltäglichen Leben gehört das Ja zu mir und zu meinen Wegen, das hilft sich neu zu orientieren“. Gerade in dieser von der Corona-Pandemie geprägten Zeit sollte man aufeinander hören, zusammenstehen, nicht in Angst verfallen aber die Vorschriften befolgen.

Nach dem Segen ergriff Vorstandsmitglied Max Hastreiter das Wort und dankte Johanna Gruber und Monika Stangl mit einem Präsent für den immer geschmackvollen Blumenschmuck an der Kapelle, an Festtagen und das ganze Jahr über. Von der sonst üblichen Bewirtung durch den Verein wurde heuer Abstand genommen, aber der ein oder andere hatte selber Kaffee und Kuchen dabei und konnte den schönen Herbstnachmittag noch bis zum Sonnenuntergang bei der Kapelle genießen.

Zum Bild:
Kreislandvolkpfarrer Ambros Trummer aus Lam und Diakon Sepp Schlecht aus Bodenmais zelebrierten den Jahrtagsgottesdienst an der Bruder-Klaus-Kapelle in Bernried.