Geistlicher Impuls

Unsere Hilflosigkeit vor Gott tragen

Wenn wir um Frieden in der Ukraine beten,
tragen wir unsere Hilflosigkeit vor Gott:
Wir wissen nicht was wir können tun können
dass Frieden wird,
dass dem Morden und dem himmelschreienden Unrecht ein Ende gesetzt wird,
und dass die Menschen in Osteuropa in Frieden und in Freiheit leben
und in gegenseitigem Respekt zusammenleben können.

Wir tragen die Scherben unserer Hoffnung,
dass es ein gemeinsames „Haus Europa“ gebaut werden könne
und dass es so einen Krieg in Europa nicht mehr geben könnte, vor Gott:
Diese Hoffnung hat sich als Wunschdenken, als Illusion erwiesen.

Wir tragen unsere tiefe Sorge vor Gott,
dass sich die Spirale der Gewalt immer weiter dreht,
dass unser Kontinent zu einem Pulverfass wird, bei dem es nur einen Funken braucht
bis er explodiert.

Und wir tragen die Not der Menschen vor Gott:
die Not der Menschen in der Ukraine,
die Angehörige und Freunde verloren haben,
die unter Verletzungen und Verstümmelung leiden,
die weiter von Bomben und Terror bedroht sind.
die ihre Heimat und all ihr Hab und Gut verloren haben
die auf der Flucht sind und nicht wissen, ob sie je wieder in ihrer Heimat leben können.

Wir tragen die Not der Familien in Russland vor Gott,
die um ihre gefallenen Söhne trauern,
und die Not der Menschen in Russland,
die die Auswirkungen der Sanktionen ertragen müssen
und die unter der zunehmenden Gewaltherrschaft durch den Staat leiden.

Im politischen Bereich braucht es eine klare Positionierung,
ohne blind zu sein für unterschiedliche Sichtweisen und die Argumente der verschiedenen Seiten.
Es braucht die klare Position
auch wenn wir wissen, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt.

Vom bekannten Herrn unbekannte Wohltaten erbitten

Im politischen Bereich braucht es eine klare Positionierung,
ohne blind zu sein für unterschiedliche Sichtweisen und die Argumente der verschiedenen Seiten.
Es braucht die klare Position
auch wenn wir wissen, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt.

Im Gebet ist das anders
wir dürfen Gott nicht „auf unsere Seite ziehen“
und ihn nicht unsere Sichtweisen und unsere Lösungswege aufdrängen.  

Die französische Mystikerin und Schriftstellerin Madeleine Delbrêl (1904 – 1964) schreibt zum Gebet:

"Unser ganzes Selbst muss ein Alles-Lassen vollziehen.
Unsere Aufmerksamkeit muss sich von allem abwenden:
von Lösungsstrategien für ein aktuelles Problem;
von bestimmten Wünschen;
von dem, was wir glauben, Sinnvolles tun zu müssen.
Alle Wünsche, alle Sorgen, alle Hoffnungen, die in uns sind, sollen in uns bleiben,
aber sozusagen am „toten Punkt“,
damit wir blindlings und absichtslos auf Gott zugehen;
damit wir von ihm, dem uns bekannten Herrn,
die uns unbekannten Wohltaten erbitten, die er immer schenken wird,
die wir aber im Voraus nicht kennen – wir wissen bloß: Sie werden „das Beste“ sein."

 

Gebet

Guter Gott,
unser Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in der Ukraine
und ihren Nachbarländern in ihrer Angst und Not.
Wir beten auch für alle anderen Regionen der Welt,
in denen es Konflikte, Unruhen oder Unterdrückung gibt.
Wir beten, dass Versöhnung Hass entwaffnet,
Friede den Krieg besiegt,
Hoffnung Verzweiflung überwindet,
und dass Gottes Pläne des Friedens in Erfüllung gehen.
Gott in Deiner Barmherzigkeit höre unser Gebet!
Amen.