Corona im Senegal: Ausgangsbeschränkungen auch im Süden des Landes - Kath. Landvolkbewegung hilft ASDI vor Ort im Kampf gegen den Hunger

Mittwoch, 29. April 2020

Erst Anfang März kehrte eine kleine Gruppe aus dem Vorstand der KLB Regensburg von einem Besuch in der Casamance im Süden Senegals zurück, unter anderem 1. Vorsitzender Max Hastreiter und geschäftsführender Vorsitzender  Klaus Hirn. Sie konnten sich persönlich überzeugen, mit welchem Elan die senegalesischen Partner die Imkerei- und Gartenbauprojekte vorantreiben, die mit Hilfe der KLB und mit dem deutschen Bundesministerium für entwicklungspolitische Zusammenarbeit finanziert werden.

Durch den ständigen Austausch mit den Partnern im Bezirk Ziguinchor erfuhr KLB-Referentin Gertrud Binner sehr schnell von den existentiellen Nöten, die die Corona-Pandemie in diesem  entlegenen Landesteil Senegals hervorruft: Aufgrund der strengen Ausgangsbeschränkungen insbesondere zwischen den Regionen und von abends bis zum Morgen ist es vielen Senegalesen in den abgelegenen Dörfern nicht mehr möglich zu arbeiten. Da sie aufgrund ihrer Armut ohnehin immer nur von einem auf den nächsten Tag planen können, werden in vielen Familien die Grundnahrungsmittel knapp. (Unser Toilettenpapier- und Trockenhefe-Nachschubproblem wirkt hiergegen geradezu wie ein Luxusproblem…)

Der KLB-Diözesanvorstand erklärte sich spontan bereit, der senegalesischen gemeinnützigen Partnerorganisation ASDI  5 000 Euro aus dem Spendentopf der Mitglieder zur Verfügung zu stellen, um die größte Not zu lindern. ASDI wird von diesem Geld neben der so wichtig gewordenen Seife mehrere Tonnen Reis kaufen sowie literweise Öl. Die obligatorischen Zwiebeln zum senegalesischen Nationalgericht können die Frauenkooperativen in den Projektgärten ernten. Damit hofft die KLB, bei ca. 600 Familien die größte Hungersnot für die kommenden Wochen und Monate abzufedern.  Bleibt zu wünschen, dass die restriktiven Maßnahmen im Senegal die Corona-Pandemie stoppen können. Bei der katastrophalen medizinischen Versorgung in der Casamance wären mehrere schwer Erkrankte eine absolute Katastrophe. Oder, wie KLB-Referentin Binner sagt: Wenn in vielen Dörfern die zahnärztliche Versorgung aus einer großen Zange besteht – wie sollen die Menschen da mit einer Pandemie zurechtkommen, die sogar die reichen europäischen Länder derart in die Knie zwingt?

Im Namen von ASDI bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Mitgliedern für die stete und verlässliche Spendenbereitschaft, besonders in Notlagen wie dieser!