Brauchtum wurde gepflegt

Montag, 17. August 2020

Tunding. Zu Mariä Himmelfahrt fand in der Pfarrei St. Katharina ein Festgottesdienst mit Kräuterweihe statt.

Am Freitag trafen sich die Frauen der KLB-Tunding am Graßl-Hof um wieder Kräuterbuschen zu binden. Schon in den frühen Morgenstunden wurden fleißig verschiedene Kräuter, bunte Sommerblumen und Getreidesorten zusammengetragen: Schafgarbe, Kamille, Gerste und Weizen, Lavendel, Melisse und noch vieles mehr wurde in die duftenden Buschen eingebunden. Auch die Königskerze durfte nicht fehlen. Sie steht für ein langes und erfülltes Leben und soll das Zepter der Muttergottes darstellen.

Am Himmelfahrtstag wurden die Buschen am Kirchplatz vor der heiligen Messe verkauft. Pfarrer Musiol nahm die Kräuterweihe vor.

Dieser Brauch an Mariä Himmelfahrt beruht auf einer Legende aus der Frühzeit der Kirche. Als die Apostel das Grab Marias besuchten trat ihnen eine Woge des Wohlgeruchs entgegen. Das Grab war leer, aber gefüllt mit Heilkräutern und Blumen, die Maria in Ihrem Leben sehr liebte und schätzte. Jeder Kräuterbuschen sollte mindestens sieben Kräuter enthalten, gemäß der sieben Sakramente, die gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen sollen.

Gerne nahmen die Gottesdienstbesucher ein heilkräftiges-Kräuterbüscherl mit nach Hause und pflegen diese schöne Tradition, die dank der Frauen des Familienvereins auch in Tunding am Leben erhalten wird.