Ein Abend mit Christian Springer
Hier der Bericht der örtlichen Presse, der uns freundlicherweise vom Verfasser zur Verfügung gestellt wurde:
Ein Abend voller Menschlichkeit
Christian Springer hält der Gesellschaft im Rötzer Fürstenkasten den Spiegel vor
(Chamer Zeitung, 28.09.2026)
Rötz. Ein Abend voller Emotionen, kritischen Worten und auch ein Abend, an dem der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten wurde. Dies war kurz überrissen der Abend der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) der Diözese Regensburg im Rötzer Fürstenkasten mit dem Autor und Kabarettisten Christian Springer.
Dem Diözesanvorsitzenden Max Hastreiter war die Freude bei der Begrüßung anzusehen: „Hier sind ja heute mehr Leute wie beim Bischofsbesuch! Ein herzliches Willkommen an alle Freundinnen und Freunde aus Nah und Fern.“ Besonders begrüßte er den Rötzer Bürgermeister Gerhard Hofmann, den 3. Bürgermeister Karl Heinz Hofmann, den Bürgermeister aus Lohberg, Franz Müller, und von der KEB Michael Neuberger.
„Es ist heute ein besonderer Abend,“ meinte Hastreiter. Die KLB ist eine Aktions- und Bildungsgemeinschaft im ländlichen Raum. Und diese Gemeinschaft sucht Kooperationspartner, um die eigenen Themen nach außen zu tragen. Und eines der Jahresthemen ist die Menschenwürde. Und dazu einen Referenten zu finden ist nicht einfach. Aber die KLB hat einen gesucht und einen besonderen Menschen gefunden, der sich mit diesem Thema vereinbaren kann. „Er ist ein Handwerksmeister der Weltverbesserung!“ Man kennt ihn nicht nur als „Fonsi“ oder aus dem Schlachthof. Er kann auch tiefe Themen und hat 2012 den Verein "Orienthelfer" gegründet. „Er ist ein Leuchtturm und ein Eisbrecher der Humanität“, wir konnten gar nicht glauben, dass er uns zugesagt hat. Er wird ein Plädoyer für die Menschlichkeit bringen. Herzlich willkommen Christian Springer!“
„Warum sollte ich nicht zusagen?“ Mit dieser Frage betrat Christian Springer die Bühne und meinte: „Ich habe etwas vorbereitet, aber es wird bestimmt alles anders!“ Dann begann er seinen Vortrag mit einem Liedtext von Max Raabe: „Am Ende, am Ende kommt immer der Schluss; bis dahin tobt das Leben - Am Ende, am Ende heißt es doch du musst - Den Löffel abgeben; Am Ende, am Ende kommt immer der Schluss - Bis dahin hab' ich Spaß; Am Ende, am Ende beißen wir ins Gras.“ Eine reine Spaßgesellschaft ist Käse, aber man sollte schon extra Spaß haben im Leben. Er sei im Gegensatz zu anderen Kollegen immer noch in der katholischen Kirche. Aber Lachen war in der ganzen Geschichte der Kirche verboten. Denn Lachen ist gefährlich. Aber Lachen kann so schön sein, man soll damit aber nicht nach unten treten, sondern nach oben sticheln.
Konstantin Wecker sagt: Wenn Diktatoren und Autokraten an der Macht sind, die verstehen keinen Humor. Denn das Wort ist eine Waffe. Aber Fake News und Propaganda sind die schlechten Seiten des Wortes.
Springer brachte mit viel Mimik und Gestik seine Themen rüber zum Publikum. Man konnte auch nicht immer gleich folgen, wenn wieder etwas größere Sprünge zwischen den Themen gemacht wurden. Aber der Referent kam immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. So kam er auch auf die Schöpfungsgeschichte und zu Adam und Eva, die einem Test unterzogen wurden. Diesen hatten sie nicht bestanden und Gott schmiss sie aus dem Paradies. Adam und Eva haben aber dies gewusst, aber der Mensch hat eine Selbstverantwortung: „Er weiß, was er will!“ Diese Geschichte ist schon tausende Jahre alt. Es gibt aber leider viele Menschen, die keine Verantwortung übernehmen für den Sch…, den sie machen.
Wie man Menschen behandelt hat Springer von seiner Mutter gelernt. In ihren kleinen Laden in München kam z. B. auch Roberto Blanco und bestellte für viel Geld einen Geschenkkorb und dann kam eine Oma und kaufte etwas für fünf Pfennig. „Und diese Frau musst du genauso behandeln wie den Prominenten.“
Springer gab auch immer wieder einen Einblick in sein früheres Leben. Er musste im Großmarkt mit dem Vater Obst holen, konnte aber die Zettel an den Seiten nicht lesen. Und so beschloss er, hebräisch und arabisch zu lernen.
Als nächstes stellte Christian Springer den Optimismus in den Mittelpunkt: Die Menschheit braucht wieder mehr Optimismus und mein Programm ist auch Optimismus und vor allem Lachen ist Optimismus, kann aber gerade auch bei Kindern böse sein.
Der Autor brachte auch rüber, dass Goethe in seinem Faust 2 den Humor – den Hofnarrn – sterben hat lassen, weil dieser eigentlich immer die Wahrheit gesagt hat. Aber Humor gehört zum Sterben, siehe bei einem Leichenschmaus. Zu dem KLB-Thema "Menschenwürde, Nächstenliebe, Zusammenhalt" habe er auch keine Lösung. Das hat auch mit dem Frieden zu tun. Es meinen aber nicht alle den gleichen Frieden. Und viele wollen gar keinen Frieden. „Frieden bedeutet für den Menschen Freiheit“. Das geht aber nicht mit den Soldaten an der Front. Frieden ist nicht, wenn die Waffen schweigen, denn Frieden ist Freiheit. Und wenn alle vom „Friedensapostel Mahatma Gandhi“ reden, da bekomme er einen dicken Hals. Gandhi ist nicht wie im Hollywoodfilm dargestellt. Gandhi hat auch viel Unfrieden in Afrika und Indien gebracht.
In der Pause meinte Christian Springer in einem kurzen Gespräch, dass er immer sehr gute Erfahrungen bei solchen Vorträgen wie heute in Rötz mitnehmen kann. „Ich kann die Welt nicht retten, aber das Wichtigste bei seinen Abenden ist immer noch – hier steht ein Mensch – und dieser Mensch will etwas besser machen und den Leuten auch einmal den Spiegel vorhalten.
Zur Demokratie meinte Springer, dass diese mühsam und zach sei. Wir wollen Qualität, aber die haben wir momentan nicht. Der Referent zeigte den Besuchern auch auf, wie der Name Bikini mit dem Bikini-Atoll und den Atomwaffen zusammenhängt: „Ein Kleidungsstück, das wie eine Bombe einschlägt!“ Im Zusammenhang mit den Atomwaffen erzählte er auch die Geschichte eines Mädchens aus Japan mit Leukämie. Sie bastelte Kraniche, denn diese versprechen Glück und langes Leben. Jetzt werden immer noch hunderttausende von Kranichen nach Japan geschickt. Es ist das bedeutendste Kinderdenkmal auf der Welt.
Als nächstes sprach Springer an, dass sich Probleme der Zeit immer wieder wiederholen. Man flüchtet sich in andere Themen, weil man nicht mehr mitkommt. Wenn er an seine Oma denke, die mit 14 nach Holland musste, weil es zu Hause nichts gab. Da war sie auch eine „unbegleitete Jugendliche und ein Wirtschaftsflüchtling“.
Zum Schluss seiner Ausführungen sagte der Münchner: „Wir sitzen jetzt alle nur hier, weil Menschen zufällig überlebt haben. Wir kommen von Menschen, die was durchgemacht haben wie Sau.“ Springer weiter: „Und wir haben jetzt die Pflicht und die Verantwortung auch anderen die Hand zu reichen.“ Bei diesen Ausführungen wurde Christian Springer immer wieder emotional und man merkte, dass diese Themen ihm auf dem Herzen liegen.
Max Hastreiter betrat dann noch voll beeindruckt die Bühne und bedankte sich bei Christian Springer für den Zuspruch an Mut, die Zivilcourage und dem grandiosen Plädoyer an diesem Abend.
Der Kabarettist stellte sich dann noch Fragen der Zuhörer und dabei ging es auch um den Weltfrieden. „Fangen wir doch lieber kleiner an. Schauen wir doch zuerst einmal darauf, dass jeder etwas zum Essen bekommt.“ Das Ziel sollte auch sein, dass Kinder einen sicheren Schulweg, ein sauberes Wasser und einen sicheren Nachhauseweg haben.
Auch zum Thema Vergewaltigung fügte Springer noch etwas an. Es seien verkehrte Ansätze, die von der Justiz kommen und nicht die Frauen müssen sich anders anziehen usw. Männer müssen diese Männer in die Schranken weisen.
Auch zum Stand in Syrien wurde Springer noch gefragt. Da geht es auch darum, dass die Syrer gefragt werden müssen, ob sie hierbleiben oder nach Hause wollen. „Wir haben die Pflicht, auf die Kinder aufzupassen, die bei uns sind.
Langanhaltender Applaus war der große Dank des Publikums an Christian Springer. Max Hastreiter bedankte sich bei dem großartigen Referenten und auch bei Maria Reitinger, geschäftsführende Bildungsreferentin und Bettina Schönherr, Bildungsreferentin für die Vorbereitung des Abends mit Blumen und einem Geschenk.

