Fast wie ein Oberpfälzer

Mittwoch, 14. März 2018

A komischer Heiliger woara scho, der Bruder Klaus, sagt Hubert Treml, Wöi halt döi Oberpfälzer. Viele Beispiele vom Naturell des Volksstammes zwischen Franken und Böhmen folgen, als Treml im Kloster Speinshart mit hintersinnigen Dialogen auftrumpft.

Speinshart. (do) Der Entertainer und Buchautor nimmt die Ausstellung des Katholischen Landvolks (KLB) über Nikolaus von Flüezum Anlass, über das Leben des Schweizer Nationalheiligen zu philosophieren. Partnerschaft, Abschied und die Botschaft des Friedens, die Nikolaus ab dem 50. Lebensjahr vorlebte, beseelt Hubert Treml zur Mischung aus Witz und Charme, Humor und Nachdenklichkeit, die den Künstler auszeichnet, einem begeisterten Publikum im vollem Musiksaal des Klosters ein Feuerwerk an Frohsinn und Gefühl zu präsentieren, Meisterhaft versteht es der Künstler, zu jedem Thema das passende „Gfries“ zu finden, während Partner Klaus Kuran einen unaufdringlichen Rhythmusteppich zum Konzert beisteuert.

Hubert Treml wächst christlich auf, mit Weihwasser, Rosenkranz und allem, was dazu gehört. So sehr ist er in der Kirche integriert, dass er sogar überlegt, ins Kloster zu gehen. Er studierte Theologie und promoviert über „Spiritualität und Rockmusik“. Die Kloster-Idee verwirft er, unter anderem „weil man dort nicht Bruce Springsteen hören kann“. Am Sonntagnachmittag  ist es dann doch so weit: Treml geht ins Kloster. Das Programm heißt mit Bezug auf Bruder Klaus „Frieden“. Mit Gitarre und Mundharmonika erweist sich Treml als glänzender Songwriter und Entertainer. Das Besondere: Das Bad Mergentheimer, Weidener und Regensburger Genie redet und singt am liebsten im Oberpfälzer Dialekt. Und so wird der Nachmittag zum Sprach- und Musikfestival.

Bei frostigen Außentemperaturen stimmt Treml schon einmal an: „Huschala, ober heidi s kold“ und animiert zum Mitsingen beim „Schöi sa schad niad“: Dann blickt der Künstler auf die Einsiedelei von Bruder Klaus, nimmt Bezug auf die vorausgehende eheliche Partnerschaft und überträgt sie aufs Oberpfälzer Temperament. „Passt scho“ sei Liebeserklärung genug. Einen Bruce-Springsteen-Song verwandelt er ins Oberpfälzische „Ich mog die, Du taugst mir ins Kraut ei“ und au die Liebkosung „Du bist halt mei guode Wurschthaut“ gehören zu den witzigen Ratschlägen.

Wiederum mit Blick auf Bruder Klaus rät Treml, nicht der Pflicht sondern dem Herzen zu folgen. Herz erwärmend sind auch die weiteren Kracher. Des Dialekts Unkundige müssen sich anstrengen: „Hinda mein Stodldouadirl sdöid a schöins Annamirl“ heißt es da und der „Annabauern-Max“ wundert sicht über den „Unterhem-Brando vom Hammerwech“. Die Friedensbotschaft verbindet Treml mit der Forderung: „Schaut´s, wos Landschaft sagt.“ Zur Seelenerbauung am Sonntag erklingt „Wenn uns nix heilig wa“.

Schließlich verneigt sich Treml vor dem Einsiedler „ As Gefühl sagt, dass ma secha brauchn.“ Die Menschlichkeit lässt nach, der Hass nehme zu. Dem Menschsein gehören die abschließenden „Friedensliedern“.  „Drum zeig uns dein Gesicht, damit es Deine Stadt nicht vergisst“, improvisiert der schelmische und doch in sich gehende Treml. Mit dem „Engel af da Stoing“ wünscht sich ein genialer Mundartdichter Menschen zum Plaudern, zum Lachen, zum Leben. Hubert Treml gelingt es vortrefflich, das Lebensgefühl der Oberpfälzer zu beschreiben. Der Beifall wollte nicht enden. Mit dem optimistischen „Land in Sicht“ verabschiedet sich das Duo Treml/Kuran.

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